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Roadtrip durch Irland – Teil 1

Wie versprochen wollen wir noch einmal ausführlich über unsere Reise nach Irland erzählen und euch Tipps für eure Urlaubsplanung geben. Allgemeine Infos wie zur besten Urlaubszeit, einem Mietwagen oder den besuchenswerten Orten auf der grünen Insel findet ihr hier.

Im ersten Teil unseres ausführlichen Berichts erzählen wir von Kilkenny, dem Ring of Kerry und Valentia Island.

 

Wir sind abends in Dublin gelandet und haben uns in der Nähe des Flughafens ein Hotel genommen, sodass wir am nächsten Morgen unseren Mietwagen bequem am Airport abholen konnten. Zwischen Flughafen und Hotel fuhr ein Shuttlebus. Wir haben für die Hin- und Rückfahrt insgesamt 5€ pro Person bezahlt. Doch bevor wir den Wagen abgeholt haben, haben wir am Flughafen erst einmal gefrühstückt. Wie schon erzählt, war der bestellte Kleinwagen vergriffen und so sind wir in den Genuss eines kostenlosen Upgrades in Form einer riesigen silbernen Limousine gekommen. Nach im wörtlichen Sinne Startschwierigkeiten (der Wagen wollte einfach nicht anspringen), haben wir uns vorsichtig an den Linksverkehr getastet und los ging´s. Anfangs haben wir mehrmals versehentlich nach rechts gegriffen um zu schalten. Aber abgesehen davon ist Linksverkehr gar nicht so dramatisch wie vorher von vielen befürchtet, einzig die Einfahrt in einen Kreisverkehr ist zu Beginn etwas befremdlich.

Kilkenny

Unsere erste Station führte uns nach Kilkenny. In dieser hübschen Stadt lohnt sich ein Besuch des Kilkenny Castle und ein Zwischenstopp zu Kaffee und Kuchen im „Mug Shot Cafe“. Wo man die „Kalte Schnauze“ (choclate-biscuit cake) probieren sollte. Dieser „old school“ Kuchen hatte neben Keksen und Schokolade noch eine Zutat: kleine Marshmallow-Stücke…

Wir haben uns das Schloss ohne Führung angeguckt und hatten nicht den Eindruck, dass wir – außer einem Plan (Katharina liebt Pläne) – etwas verpasst oder nicht verstanden haben. Da das Wetter richtig gut gewesen ist, haben wir uns noch ein bisschen in dem weitläufigen Park ausgeruht. Wenn man vor dem Schloss steht, rechnet man überhaupt nicht damit, dass sich hinter Kilkenny Castle so große Rasenflächen verbergen.

Kilkenny Castle

Bevor wir uns zu unserem B&B aufgemacht haben, das etwas außerhalb von Kilkenny lag, waren wir noch bei Dunners Store. Eigentlich ein Supermarkt, doch auch mit einer ziemlich lohnenden Einrichtungsabteilung, also ähnlich wie zum Beispiel HEMA, nur cooler. Sollte man das Geschäft hier nicht finden: Es gibt es in fast allen irischen Städten.

Unser B&B – Abbey House – war so eingerichtet wie man sich ein englisches Landhaus vorstellt: dicke Teppiche, viele Antiquitäten und Silberbesteck. Gemütlich und sauber – allerdings lag es doch sehr weit außerhalb. In dem Örtchen gab es keine Restaurants oder Pubs und auch Spazieren gehen war hier nicht ohne Autofahrt möglich. Denn das Dorf ist durch eine Schnellstraße geteilt, an der es keine Gehsteige für Fußgänger gibt. Wenn man einfach nur entspannen möchte ohne abends noch etwas zu unternehmen, ist das B&B gut, ansonsten eher nicht zu empfehlen.

 

Bevor wir nach Killarny gefahren sind, wo unser zweites B&B auf uns wartete, haben wir einen Halt in Cork gemacht. Eigentlich hatten wir die Stadt gar nicht auf dem Schirm, aber nach vehementen Verweisen von Freundinnen, dass sich ein Besuch lohnt, steuerten wir die Stadt an und ja, es hat sich gelohnt. Wir hatten während unserer ganzen Tour Glück mit dem Wetter und fuhren durch ein sehr sonniges Irland, so auch in Cork.

In Cork kann man gut bummeln, es gibt einige Geschäfte – bekannte, aber auch in Deutschland unbekannte. Besonders angetan hat es uns ein skandinavischer Laden „SØstrene Grene“. Ein Highlight für alle Liebhaberinnen von Schreibwaren, Dekoartikeln, Einrichtungsgegenständen und Krimskrams für kleines Geld. (By the way: Dank Frau Hölle wissen wir jetzt, dass es in Hamburg auch eine Filiale gibt.)

Eindrücke aus Cork

Weil wir nicht allzu viel Zeit in Cork hatten, aber wir irgendwann Hunger bekommen haben, haben wir uns für „fish&chips“ entschieden. Dafür waren wir im „The Fish Wife“. Ein moderner Imbiss mit traditionellen Fischgerichten und Portionen für den eher großen Hunger.

Anschließend steuerten wir ein erstes Städtchen auf dem Ring of Kerry an – Kenmare. Ein schönes Küstenörtchen, gelegen an einer Bucht. Es gibt eine Hauptstraße mit allerlei Geschäften und Pubs, allerdings eher touristisch angelegt.

Ein Besuch der Bucht lohnt sich allerdings. Da die Sonne schien, machte die Bucht uns Lust auf noch mehr Meer und die Atlantikküste, die wir in den kommenden Tagen ansteuern wollten.

Kenmare

Tja, und dann war die Nationalstraße, die uns geradewegs nach Killarny führen sollte, geschlossen, weil Geröll die Straße unpassierbar gemacht hatte. Wäre nicht weiter schlimm gewesen, wäre unser Navi nicht total verwirrt gewesen. Statt sich eine neue Route zu suchen, wollte es uns immer wieder auf die gesperrte Straße zurückbringen. Wir haben also ohne technischen Beistand versucht einen anderen Weg zu finden und sind gezwungenermaßen auf einen asphaltierten Feldweg eingebogen. Da die „Straße“ aber nicht besser wurde und weit und breit niemand zu sehen war, haben wir in ungefähr 1000 Zügen gewendet. Kurz bevor wir wieder an der gesperrten Kreuzung waren, kam die Rettung in Form eines blauen Nissan Micra. Der nette Ire am Steuer hatte zum Glück ein nicht verwirrtes Navi und bot uns an, ihm einfach hinterherzufahren – oder besser zu rasen. Denn das Verhältnis von Geschwindigkeit zu Straßengröße ist in Irland doch etwas befremdlich. Auf den gut ausgebauten und in der Regel ziemlich breiten Autobahnen und Landstraßen ist die Geschwindigkeit auf 80 bzw. 120 km/h begrenzt. Auf den meisten noch so engen, kurvigen Straßen ist es dagegen nämlich erlaubt 100 km/h zu fahren. Kann man machen, muss man aber nicht. Doch die meisten machen es.

Ladies View am Ring of Kerry

Auf jeden Fall hat der Umweg mal wieder bewiesen, dass sich Umwege eben manchmal lohnen, denn wir fuhren an atemberaubenden Landschaften und tollen Aussichten am „Ring of Kerry“ vorbei. So landeten wir relativ ungeplant am „Ladies View“. Dieser Aussichtspunkt liegt an der N71 zwischen Kenmare und Killarny und verdankt seinen Namen den Bediensteten von Königen Victoria, die in Urlauben hier in begeisterte Entzückungsschreie ausgebrochen seien sollen, als sie den Blick über die drei Seen schweifen ließen. Gekreischt vor Glück haben wir nicht – wir waren bei dem sagenhaften Ausblick einfach sprachlos.

Unser B&B in Killarny – das „Dormin House“ – lag außerhalb der Stadt und ebenfalls für unser Navi nicht auffindbar. Der Preis war in Ordnung, aber die Lage war etwas gewöhnungsbedürftig: am Ende eines langen Feldwegs, neben einem einsamen Gehöft. Da wurden bei uns etliche Erinnerungen an Horrorfilme wach. Wir haben die Nacht inklusive einer kurzen Panikattacke wegen eines blickenden roten Lichts (der Fernseher) überstanden, aber können das „Domin House“ in Fossa nicht wirklich empfehlen. Es ist für uns auch der Grund wieso B&Bs ab einem Preis von 60 Euro/Nacht gebucht werden sollten.

Den Abend verbrachten wir in Killarny. Leider hatten wir hier nicht ausreichend Zeit um uns die Stadt in Ruhe zu anzugucken, was wir allerdings auf dem Weg zum Abendessen gesehen haben, hat uns gefallen.

 

Den Tag begannen wir in Killorglin, wo wir erst einmal in einem kleinen Café gefrühstückt haben. Danach sind wir zu Valentines Island, einem kleinen Inselchen im Süden Irlands, gefahren. Die Überfahrt kann man über eine Brücke oder mit der Fähre ab Renard Point machen. Wir haben uns für letztere entschieden und es hat sich gelohnt, ebenso wie ein Besuch der Insel.

Ring of Kerry

Besonders hervorzuheben sind die „Fogher Cliffs“. Der Aussichtspunkt war wunderschön und dank unserer Reise zur Nebensaison waren wir dort die meiste Zeit alleine und hatten einen traumhaften Blick die Klippen runter aufs Meer. In der Nähe war eine Bank, auf der wir in der Sonne lagen und unseren Gedanken nachgingen mit dem Rauschen der Wellen und dem Kreischen der Möwen im Hintergrund. Toll! Allerdings nur, wenn es nicht viel besucht ist und der Größe des Parkplatzes nach zu urteilen, haben dort jede Menge Reisebusse Platz…

Fogger Cliffs auf Valentia Island

Da wir abends eine Unterkunft in Limerick gebucht hatten und der Tag schon fortgeschritten war, haben wir uns gegen einen Besuch in Dingle entschieden und sind nach Tralee aufgefahren. Unserer Meinung nach hat sich dieser Zwischenstopp nicht gelohnt. Gut, wir waren hungrig und hatten nur Augen für ein nettes Restaurant. Es kann also sein, dass wir nicht alles oder nicht die richtigen Ecken gesehen haben. Aber auch die Auswahl an Restaurants war sehr begrenzt.

Im Anschluss ging es geradewegs nach Limerick in ein sehr zu empfehlendes Bed and Breakfast – das „Almeda“ – das von der wirklich sympathischen Marie betrieben wird. Das Zimmer war großzügig und sauber und es hatte das bislang beste Wifi. Marie hatte gute Tipps für Besichtigungen in und um Limerick und das Frühstück war spitze.

Allerdings hatte uns der Tag so geschafft, dass wir uns für einen entspannten Abend mit lesen, Fotos bearbeiten und träumen entschieden haben.

Mehr zu unserer Reise könnt ihr in der nächsten Woche hier lesen. Dann berichten wir über unseren Besuch in Limerick und Galway.

Bis dahin,

-Katharina und Vicky

 

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