Mesdames Pottpouri

Arbeitsplatz bei K.AND - Jewellery aus Kreta
anderswo Herz und Hirn

Was wäre, wenn…

Jetzt sind schon wieder ein paar Tage vergangen, seit wir aus dem Urlaub zurück sind. Und trotzdem schwirrt mir eine Begegnung immer noch im Kopf herum. Obwohl…nicht die Begegnung an sich, sondern das, was sie in mir ausgelöst hat.

Aber dazu muss ich ein bisschen ausholen: Wir haben uns auf Kreta sehr viel angeschaut. (Dazu wird es natürlich auch noch einen Post geben.) Unter anderem waren wir auch in der etwas größeren Stadt Chania. Von den Städten, in denen wir gewesen sind, hat uns Chania am besten gefallen. Die vielen engen Gassen, der alte Hafen und vor allem die zahlreichen, kleinen Geschäftchen, in denen junge Designer ihre Produkte anbieten. Ein Laden hatte es mir besonders angetan: K.AND. by G2

K.AND Jewellery aus Kreta www.mesdamespottpouri.de

Denn hier hat die Schmuckdesignerin Katerina Andrigiannaki ihre Werkstatt und bietet ihre wunderschöne Kollektion an. Und da ich eine absolute Schwäche für ausgefallenen Schmuck und vor allem für Ringe habe, hatte ich sofort leuchtende Augen. Ich mag an ihrer Kollektion besonders das Zusammenspiel von filigranen und „groben“ Elementen. Ein bisschen erinnern mich die Ringe an Kreta selbst.

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Da ich Ringe (außer dem Ehering) grundsätzlich nur auf dem rechten Mittelfinger trage, passen mir die Meisten leider nicht. So war es auch bei K.AND. Aber sie haben mir angeboten, einen Ring nach meinen Vorstellungen anzufertigen. Puh, das war verlockend. Trotzdem musste ich da erst einmal ein paar Tage drüber nachdenken. Als ich jedoch Katerinas Kollektion zufällig in einem anderen Örtchen wiedersah, wusste ich: Ich brauch so einen Ring. Also kontaktierte ich Katerina und wir fuhren am nächsten Tag morgens wieder nach Chania und abends hielt ich mein Schätzchen in den Händen. Was soll ich sagen? Ich liebe ihn einfach und trage ihn seitdem jeden Tag. Was sehr untypisch für mich ist. Eigentlich wechsle ich die Ringe täglich.

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Aber der Ring erinnert mich an das Gefühl, das ich bei K.AND. hatte. Eine diffuse Mischung aus wohliger Wärme, Vertrautheit und Kreativität, die dort in der Luft lag. Hört sich ein bisschen pathetisch an… Ich liebe Goldschmiedewerkstätten einfach. Der raue Arbeitsplatz, die ganzen Werkzeuge und dazu der Kontrast der Schmuckstücke.

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Aber da waren auch wieder diese kleinen „Was wäre, wenn“-Gedanken. Was wäre, wenn Du dich doch für die Ausbildung zum Goldschmied entschieden hättest? (Schließlich hatte ich zweimal die Gelegenheit dazu.) Wärst Du dann zufriedener? Hättest Du heute immer noch dieses Glücksgefühl, wenn Du an einem Schmuckstück arbeitest? Oder wäre es einfach nur noch Arbeit? Ich werde es nicht erfahren, denn ich habe mich für einen anderen Weg entschieden. Und versteht mich nicht falsch, ich liebe meinen Job. Aber immer, wenn ich in einer Werkstatt stehe, sind diese Fragen wieder in meinem Kopf. Dabei hatte ich mich damals gegen die Ausbildung entschieden, weil ich mir die wohligen Gefühle beim Goldschmieden behalten wollte. Die Ruhe, die sich in mir ausgebreitet hat, wenn ich an einem Ring gearbeitet hab. Ich wollte mir das nicht durch den Druck, mit dieser Arbeit Geld verdienen zu müssen, kaputt machen.

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Aber irgendwie habe ich in den Wirren des Studiums und des ersten, richtigen Jobs dieses wunderbare Hobby aus den Augen verloren. Deshalb habe ich mich entschieden, mich wieder nach einem Goldschmiedekurs umzusehen. Das wird nicht so einfach sein, denn unter der Woche werde ich es nicht schaffe, aber ich habe ja jetzt einen wunderbaren Ring von Katerina, der mich daran erinnert, dass es neben dem Job auch noch Zeit für das Goldschmieden geben muss.

-Vicky

P.S.: Die Bilder habe ich dieses Mal nicht selbst gemacht, sondern mein Mann Chris Waldhausen. Vielen Dank dafür.

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