Mesdames Pottpouri

Tipps für Ferien auf und um Poel
anderswo

Ab auf die Insel!

Ich war noch nie auf einer Insel. Bis vor ein paar Wochen, da ging es an die Ostsee -nach Poel.

Eigentlich ist der Herbst meine liebste Jahreszeit. Die Blätter der Bäume verfärben sich in wunderschöne Farben, endlich habe ich wieder Lust mich durch diverse Teesorten zu trinken, eingemummelt auf dem Sofa tolle Bücher zu lesen und entspannt das Jahr langsam ausklingen zu lassen. Gleichzeitig fürchte ich mich auch immer ein bisschen vor der dunklen Jahreszeit. Ich meine dann immer trauriger und melancholischer zu werden, aber damit scheine ich nicht allein zu sein, denn eine Umfrage  in meinem Freundeskreis hat ergeben, dass offenbar viele dieses Phänomen kennen.

Um dem entgegenzuwirken habe ich mich in diesem Jahr entschieden mit meiner Schwester den Herbst gebührend willkommen zu heißen und uns gut auf ihn einzustimmen und wo geht es am besten? Am Meer!

Da ich noch nie auf einer Insel Urlaub gemacht habe, haben wir uns entschlossen auf die Insel Poel zu fahren. Den Kofferraum voller guter Bücher, Tee, den Gilmore Girls und ganz viel Naschereien in Erwartung gaaanz viel nichts zu tun und lange Sparziergänge am Meer oder durchs Hinterland zu machen.

Das Meer hilft mir immer. Es vertreibt trübe Gedanken und ist eine Kraftquelle für mich. Es hilft mir den Kopf auszuschalten und meine Gedankenkreise zu durchbrechen und lässt alle Grübeleien unwichtig erscheinen. Der Wind, das Meer, die Weite, all die Dinge, die mir im Alltag oft als das wichtigste der Welt erscheinen, verlieren in solchen Momenten jegliche Relevanz.

Die Insel Poel

Die Insel Poel liegt in der Wismarer Bucht in der Ostsee, quasi zwischen Wismar und Rostock, also ganz im Norden in Mecklenburg- Vorpommern. Man gelangt über einen Damm auf die Insel, die durch diesen mit dem Festland verbunden ist. Es leben nur 2500 Menschen dort. Auf der kleinen Insel gibt es verschiedene Dörfer. Wir haben im Dorf Schwarzer Busch gewohnt, in der Ferienwohnung „Möwennest“.

Timmendorfer Strand

An einem Tag haben wir einen langen Sparziergang gemacht. Wir sind in unserem Dörfchen Schwarzer Busch gestartet und dann gut 4 Kilometer zum Timmendorfer Strand gelaufen, vorbei am Meer, Feldern und Wäldern. Für mich Stadtkind war es spannend so viel zu entdecken und zu rätseln, was auf den Feldern wohl wächst. Oder hättet ihr gewusst, dass es sich bei dem ersten Foto unten um Rosenkohl handelt? Außer ein paar Souvenirläden (aber ich habe für gewissen Kitsch einiges übrig, also lasse ich keinen dieser Läden aus) und etlichen Cafés ist nicht viel los in Timmendorf. Aber es gibt einen Leuchtturm und Leuchttürme mag ich und es gab einen langen Steg, der hinaus aufs Meer führt, der war auch toll.

Das Café Frida

Nach unserem Sparziergang waren wir im Cafe Frieda, einem wunderhübschen Cafe in einer alten, umgebauten Scheune. Es wurde nach der letzten Besitzerin Elfriede Allary benannt, die ab 1967 auf dem Hof ein neues Zuhause fand. Elfriede war eine geborene Bauerntochter aus dem Ermland in Ostpreußen. Sie war eine leidenschaftliche Bäckerin, Köchin, Gärtnerin und Gastgeberin. Ihr Name ist den heutigen Besitzerinnen Inspiration, sodass sie ihr Café nach seiner Eröffnung im Jahr 2010 nach ihr benannten.

Da wir doch ganz schön lange unterwegs waren, haben wir zuerst mal einen Flammkuchen gegessen. Die Kleine hat einen Herzhaften gegessen und ich einen Mediterranen. Danach haben wir uns ein Stück Pflaumenstreuselkuchen mit Sahne (natürlich!) geteilt.

Die Kuchen-, aber auch die Tortenauswahl in dem Café ist der Wahnsinn.  Aber auch für die herzhafte Fraktion gibt es mit Flammkuchen und Bagels eine tolle Auswahl. Wir waren natürlich auch nicht nur einmal da, sondern einen Tag später wieder, um dann ein Stück Himbeerfrischäsetorte und ein Stück Mandarinenkäsesahnetorte zu essen.

Die Größe der servierten Stücke (die waren wirklich riesig),  das liebevolle Ambiente und die herzlichen Küchenfeen haben uns total gut gefallen und uns sehr beeindruckt, sodass dieses kleine Cafe ein Muss für jede Poelbesucherin ist.

Wismar

Natürlich wollten wir auch einen Tag unter Menschen, in eine Stadt, ein bisschen was anderes sehen und ein bisschen bummeln. Wir sind dazu in die nächstgelegene Stadt gefahren, nach Wismar. Wismar ist eine alte Hansestadt, deren Altstadt 2002 zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Der Tag war völlig verregnet, sodass wir nicht allzu lange unterwegs waren. Wismar schien mir wie eine Stadt mit viel Geschichte, aber auch rauem Hafenstadtcharme. Gekrönt wurde unser Aufenthalt von der schönsten, gelben Strickjacke auf der Welt, die mich auf dem Rückweg zum Parkplatz aus einem Schaufenster anlachte und die in Nullkommanichts in meinen Besitz übergewandert ist.

Ein Hoch auf die Gemütlichkeit!

Für die Tage auf der Insel stand ganz oben auf der Liste möglichst viel Nichts zu tun. Darunter viel alles, was ich mit der absoluten Gemütlichkeit verbinde. Also habe ich mich mit dem neuen Krimi der wunderbaren Tess Gerritsen und ihrer Rizzoli und Isles Reihe, sowie dem Roman „Diese gottverdammten Träume“ eingedeckt. Außerdem haben wir, in Vorbereitung auf den 25. November 2016 (alle Gilmore Girls Fans, wissen was ich meine), nochmal die ersten zwei Staffeln eingepackt, um uns auf diesen Tag einzustimmen. Zudem habe ich mir das aktuelle Album der fünf feinen Jungs aus Jarmen und Umgebung gekauft, was uns auf der Hinfahrt perfekt eingestimmt hat-  auf den Urlaub, die Gegend und die Zukunft.

Rumlümmeln und Nichts tun ist wunderbar. Ich habe in dieser Woche so gut geschlafen wie lange nicht mehr und auch sonst an diversen Kleinigkeiten gemerkt, wie gut mir diese Entspannung tut. Im Alltag nehme ich mir dafür viel zu wenig Zeit. Dies liegt sicherlich zum einen daran, dass ich mit der Arbeit, meiner Weiterbildung und diversen anderen Engagements gut beschäftigt bin, aber viel sicherer hat es auch mit meinem inneren Drang zu tun, ständig was zu erleben und Neues auszuprobieren.

Deshalb der Vorsatz für diesen Herbst: Mehr Ruhe, mehr alleine sein und mehr nichts tun und nicht planen, sondern spontan überlegen wonach mir ist und wenn es ein Tag mit Buch und Tee eingemummelt auf dem Sofa ist.

 

 

In diesem Sinne, wünsche ich euch allen einen tollen Herbst und viele gemütliche Stunden!

-Katharina

8 Kommentare

  1. Liebe Katharina, du hast das wunderbar geschrieben. Da geht mir das Herz auf! Ich habe jetzt schon wieder Sehnsucht nach der Insel, ihr seid immer willkommen im Möwennest. Liebe Grüße, Daggi

  2. Mit großem Interesse und voller Neugier habe ich vorstehenden Artikel gelesen.
    Sehr schön fand ich die Beschreibung des Cafe Frieda.
    Ich durfte in meiner Jugend die Besitzerin des Anwesens, Frau Allary, persönlich
    kennenlernen, da ich mit ihrer Tochter Maria- Luise befreundet war und noch
    immer bin. Frau Allary war eine herzengute Frau und mir sehr wohlgesonnen.
    Mit Freude besuche ich bei Aufenthaltenen auf der Insel Poel das jetzige Cafe,
    dessen Besitzerin die Enkeltochter von Elfriede Allary; Kathy Gordon ist.

    1. Vielen Dank für die liebe Rückmeldung.
      Ja das Cafe Frieda hat uns wirklich ganz besonders gut gefallen. Ein sehr schöner Ort, mit leckerer Torte und ganz sympathischen Küchenfeen!

  3. Hallo Katharina, vielen Dank für Ihren wunderbaren Beitrag über unsere wunderschöne Insel Poel.
    Ich bin auf Poel geboren; habe mein ganzes Leben auf dieser Insel verbracht und kann es mir nicht vorstellen, woanders zu leben. Ich verreise gerne, komme aber immer genau so gerne wieder nach Hause. Auf Poel zu wohnen, empfinde ich als Privileg. Es freut mich sehr, wenn es den Gästen unserer Insel hier ebenfalls so gut gefällt. Weiterhin ein herzliches Willkommen!

  4. Mein Mann und ich sind langjährige Stammgäste in der Pension „Seeblick“ in Timmendorf direkt am Leuchtturm. Die Wirtin Frau Hartig und ihre Familie nehmen uns immer sehr herzlich auf.
    Weil es uns auf der Insel so gut gefällt , haben wir natürlich schon für den Sommer 2017 gebucht.
    Wir nehmen immer unsere Fahrräder mit und kennen schon jeden Winkel der Insel.

    1. Liebe Franka,
      das kann ich gut verstehen, dass es euch immer wieder auf diese Insel zieht!
      Ich überlege auch im kommenden Herbst nochmal hinzufahren.

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